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  Grüezi!  
 

Sie lesen soeben den ersten Newsletter der Geigenbauwerkstatt Isler + Irniger. Eine kleine Sensation möchten wir Ihnen vorstellen und im zweiten Teil finden Sie einen Tipp im Umgang mit Streichinstrumenten.

 

 
 

Stainer Decke Stainer Boden Stainer Loewenkopf

 
 

 

Eine Geige von Jacobus Stainer

macht auf Ihrem bereits über 350 Jahre alten "Lebensweg" eine kleine Zwischenstation in unserer Werkstatt und sucht einen neuen Besitzer. Ihr Erbauer galt schon zu Lebzeiten als der beste Geigenbauer neben den Amati in Cremona. Diese Geige von sehr kleinem Format entstand 1658 vermutlich als violino piccolo. Die Piccolo-Violine wurde unter anderem im 1. Brandenburgischen Konzert und in einigen Kantaten von Johann Sebastian Bach verwendet und war eine Terz höher gestimmt wie eine "normale" Geige. Aber zurück zu "unserer" Geige. In der gegenwärtigen Einstellung, wie sie zu uns kam, ist sie in normaler Stimmung spielbar und macht auf den ersten Ton klar, warum Stainer zu den berühmtesten Geigenbauern zählt. Sie wurde vor etwa 30 Jahren in den barocken Originalzustand zurückgebaut. Ihr Löwenkopf stammt nicht von Stainer selber, passt aber von der Entstehungszeit um 1700 gut zum Instrument. Der Korpus ist ausserordentlich gut erhalten, ohne nennenswerte Risse. Wie ein Gemälde wirkt der wunderschöne Boden aus Vogelaugenahorn. Im Standardwerk über Jacob Stainer, dem Buch von Walter Senn und Karl Roy, ist dieses wunderschöne Instrument unter der Nummer A19 abgebildet. Ernsthafte Interessenten können sich gerne anmelden und dieses einzigartige Instrument bei uns ausprobieren.

 

Unser Tipp

Das Bogenharz, Kolophonium genannt, sollte sparsam verwendet werden, damit sich keine dicke Schicht auf den Bogenhaaren bildet. Diese Schicht kann wie Seife wirken oder einen rauhen Klang erzeugen beim Streichen. Übrigens: Kolophonium verliert mit dem Alter an Qualität. Wir empfehlen, dunkles Kolophonium spätestens nach 3, helles nach 5 Jahren Gebrauch zu ersetzen. Nicht selten müssen Bogenhaare erneuert werden, weil altes, verklebtes oder staubendes Kolophonium störende Nebengeräusche beim Spielen erzeugt oder die Ansprache negativ beeinflusst. Es gibt die verschiedensten Sorten. Lassen Sie sich beraten. Der Preis eines guten Kolophoniums von ca. 10 bis 30 Franken lohnt sich!

 

Larica

Larica Kolophonium (früher Liebenzeller)

Ein Kolophonium, das seine positiven Eigenschaften unserer Erfahrung nach sehr lange behält, ist das Liebenzeller Metallkolophonium, das nicht mehr produziert wird. Das Nachfolgeprodukt wird jetzt in der Schweiz nach dem bewährten Originalrezept hergestellt. Es heisst Larica und ist ab etwa Mitte April 2009 bei uns lieferbar.

 

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Wir wünschen Ihnen, auch im Namen der ganzen Werkstatt, frohe Ostern!

Andreas Irniger und Micha Sennhauser

 

 
     
 

Isler + Irniger, Meisterwerkstatt für Geigenbau AG
Hirschengraben 22
8001 Zürich

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